Polizeifahrzeug bei Lenti

„An Tagen wie diesen…

wünscht man sich Unendlichkeit“, singt die Punk-Band, die „Toten Hosen“ in ihrer Pop-Hymne auf unvergessliche Ereignisse. Nun, ich bin froh, dass Tage wie diese „endlich“ sind.

Hinter Lenti geht die Straße, wie alle Straßen in Ungarn, schnurgeradeaus. Kilometerweit. Ein Ende ist meist nicht in Sicht. Sie scheinen grenzenlos. 30 Kilometer nach Zalalövő liegen vor mir.

Nach etwa drei Kilometern Fußweg stoppt ein Polizeifahrzeug mit eingeschalteten rot-blauen Warnleuchten neben mir. Zwei Polizisten steigen aus. So ein merkwürdiger Kerl, allein mit einem gewaltigen Rucksack auf den Schultern in der ungarischen Puszta, da will ein Ordnungshüter doch wissen, was der hier treibt.

Aus ihrem strengen und bestimmten Ton, höre ich etwas von „Identität“ heraus. „Aha, deutsch“, sagt der jüngere Polizist, der meinen Ausweis kontrolliert. Alle Daten werden von ihm penibel in einen Block geschrieben. Der ältere spricht in ein Funkgerät.

Dann erzähle ich ihm, in möglichst vertrauensvollem Ton, meine Geschichte zur Bernsteinroute. Er ist begeistert. Der jüngere kommt mit dem Notieren nicht voran und fragt mich: „Carsten, sagen Sie, welche ist die richtige Nummer auf dem Ausweis?“ Leider kann ich ihm nicht helfen, und ich muss sagen: Es ist mir eigentlich ziemlich egal.

Bald verstehen wir uns so gut, dass ich mich traue, die beiden zu fragen, ob sie für ein Foto bereit stünden. Nein, das geht nun doch zu weit. Nicht im Dienst. Wir verabschieden uns. Und aus sicherer Distanz zücke ich doch noch meinen Apparat, und mache mich weiter auf den Weg in die magyarische Unendlichkeit.

Ein Gedanke zu „„An Tagen wie diesen…“

  1. Hallo Carsten,
    Du hättest die Ordnungshüter bitten sollen,
    Dich an die >Ostsee zu fahren und nicht mit einem
    Selfi zu nerven.
    Mach weiter so
    Ich bin stolz auf mich äh auf DICH
    Jürgen

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